eBooks gegen Bäume?

Ich lese!
Ich lese gerne!
Ich lese gerne und viel!
Arme Bäume!

Aber inzwischen habe ich mich auf eBooks verlegt – und zwar nicht nur wegen der Bäume, sondern weil es leichter ist und ich mehrere Bücher auf einmal mit mir rumschleppen kann. Ich kann aus einer fast unendlichen Vielfalt auswählen und diese in minutenschnelle auf mein eBook laden und sofort anfangen. Es geht schneller als mit Amazon Bücher liefern zu lassen. Außerdem werden meine Regale nicht so schnell voll, da ich mich von Büchern so schwertrennen kann. Das Verkaufen ist sehr aufwendig und deckt mal gerade die Kosten für den Versand. Wegschmeißen komm bei den meisten Büchern nicht in Frage. Selbst bei einigen Heften (z.B. Perry Rhodan) kann ich mich nicht dazu entschließen.
BTW Amazon: Ich weigere mich allerdings mir ein Buchformat und ein Lesegerät und ein Onlinestore vorschreiben zu lassen!
Schön sind auch Onleihen. Hier kann der Lesebegierige nach Anmeldung und einem meist kleinen Betrag Bücher für einen gewissen Zeitraum ausleihen. Ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt in der ich durch die Büchereien streunte und mich in den Abenteuerromanen verlor bis es dunkel wurde. Der Vorteil an den Online-Büchereien ist auch, dass man die Bücher nicht zu kostenpflichtig spät abgeben kann. Sie werden „einfach“ unlesbar. Da hilft dann nur noch löschen und ggf. neu ausleihen. Alles was ich dort nicht finden kann (oder evtl. nicht sofort ausleihen kann) kann ich wenn der Lesedurst sofort gestillt werden muss kostenpflichtig in einem der vielen eBook-Stores herunterladen. Übrigens kann man dann auch in die reale Bücherei gehen und sich dort reale Bücher ausleihen. Allerdings finden sich dort auch häufig Gleichgesinnte mit denen man unter Umständen ins Gespräch kommen könnte :-).

Und jetzt kommen wir zu den Bäumen:
Leider ist es in letzter Zeit häufiger so, dass die elektronische Buchversion teurer ist als die papierene. Und das bei kostenlosem Versand. Das gilt wohl leider nur für meine Titel, weil es ältere Ausgaben betrifft. Das letzte Buch welches ich gesucht hatte kostete in der Papierversion gerade mal die Hälft. Das ist dann ärgerlich.

Ein weiteres Ärgernis ist dass DRM. Was ich in der Onleihe noch verstehen ist bei einem gekauften Buch eher ärgerlich. Ich könnte es noch nicht einmal weiter verkaufen. Geschweige ordentlich sammeln und verwalten (ein sehr schönes Programm wäre hier Calibre (siehe: https://calibre-ebook.com/). Denn hier schlägt DRM zum zweiten mal zu. Das m.E. beste Verwaltungsprogramm lässt leider kein DRM zu.
Hier würde ich mir das gleiche Vorgehen wie bei Musik wünschen. Selbst die Musikindustrie hat es erkannt, dass DRM-freie Musik nicht zum Untergang der Künstler führt (bei Streaming sehen das eher die Künstler so).

Und noch eins: Die m.E. beste Serie an Lesegeräten ist leider inzwischen vom Markt verschwunden. Die Sony-Lesegeräte haben sich eher dem Nutzer verschrieben als der Bindung an einen bestimmten Store. Vielleicht haben sie deswegen auch verloren, denn dem Sony-Store war nicht viel Erfolg beschieden und nach kurzer Zeit war er wieder weg vom Fenster. Sony hätte sich weiter auf gute Hardware konzentrieren sollen und liber damit den Umsatz machen wollen als sich überstürzt in ein unbekanntes Geschäftsmodell stürzen sollen.
Dies finde ich besonders schade weil mein T1 leider langsam die Füße streckt. Und das Modell T3 welches ich gerne als Nachfolger hätte gibt es leider nicht mehr zu kaufen. Jedenfalls nicht neu, oder für einen akzeptablen Preis.
Die neuen Geräte binden sich immer an einen Store von dem sie möglichst betankt werden wollen (größtes schlechtes Vorbild ist dabei der Kindle – sei das Gerät technisch auch noch so gut).
Interessant ist, dass die Stores dem Gerät inzwischen statt viel eigenem Speicher (oder nachrüstbarem) einen Cloudspeicher spendieren. Damit man die Lesegewohnheiten besser überwachen kann um dann gezielter bewerben kann, oder die erhobenen Daten verkaufen kann? Oder auch um das DRM bzw. Fehlhandlungen besser überprüfen zu können?

Leider habe ich bis jetzt kein elektronisches  Lesebuch gefunden, dass meinen Vorstellungen entspricht.
Aber ich werde mit meinem alten T1 erst einmal dafür sogen, das für mein Lesevergnügen möglichst keine Bäume gefällt werden müssen. Es ist in diesem Fall für mich sogar bequemer. Hier ist für mich die Verbindung von Ökologie und meinem Vorteil sogar sehr direkt zu fühlen. Und das macht es für mich dann einfacher.

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3 Kommentare zu eBooks gegen Bäume?

  1. bernd sagt:

    Nach dem letzten Update kann ich den H2O jetzt dauernd anlassen. Er schaltet beim Zuklappen des Covers wie gewünscht in den Schlafmodus, Schaltet aber nie ganz ab.
    Dafür startet er manchmal beim Öffnen eines neuen Buches durch – und wie oben schon angemerkt dauert das ziemlich lange.
    Allerdings ist die Lesezeit wirklich sehr lange! Habe krankheitsbedingt die letzten Wochen unheimlich viel gelesen – nachts sogar mit der internen Beleuchtung bei ca. 5 – 10%. Das Batteriesymbol zeigte nach zwei Wochen immer noch halb voll.

  2. traeumeli sagt:

    Jetzt bin ich stolzer (und manchmal ziemlich genervter) Besitzer eines Kobo H2O:
    Ich weine aber immer noch meinem Sony hinterher, da das befüllen des Kobo mit Calibre schon manchmal Glücksache ist.
    Das fängt damit an, dass der Kobo nicht immer sofort von Calibre erkannt wird. Er brauch meist einen zweiten oder gar dritten Anlauf.
    Weiterhin soll das PlugIn in Calibre dafür sorgen, dass das ebook besser auf dem Kobo lesbar ist. Dafür wird es in ein eigenes Format umgewandelt. Ersteinmal klappt das nicht bei jedem Buch – es gibt z.T. kryptische Fehlermeldungen. Und automatisch wird erwartet, dass man die Seitenzahlen nach Kapiteln haben möchte. Wenn nicht muss man auf dem Kobo die Konfig anpassen.
    Manchmal klappt auch die Übertragung erst gar nicht – dann hängt alles. Oder die Übertragung klappt, dann hängt die Synchronisierung der Datenbank (Metadaten an das Gerät senden).
    Einen weiteren negativen Punkt (gegenüber dem Sony) ist die lange Ladezeit nach dem Ausschalten. Und dass er – wenn man schon am lesen ist – nach ca. 1 Minute nochmal die Datenbank aktualisiert. Egal ob man vorher Bücher draufgeladen hat oder nur ausgeschaltet hat.
    BTW: Der Lesegenuss auf dem Gerät ist allerdings wirklich gut. Auch der etwas größere hintergrundbeleuchtete Bildschirm ist sehr gut. Daher werde ich wohl in Ermangelung etwas besseren bei dem Kobo bleiben.

    • bernd sagt:

      Das Erkennen des Kobo H2O lag anscheinen an dem noch nicht aktivierten Kobo. Jetzt warte ich immer erst bis er gestartet ist UND dann noch bis er die Datenbank aktualisiert hat. Dann wird er zuverlässig von Calibre erkannt.
      Das mit der Aktualisierung der Datenbank immer so 10 – 20 s nach dem Start und dem Aufruf des ersten Buches hatte ich ja oben schon als ziemlich nervig beschrieben.

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